Hinsehen statt Wegschauen, Engagement statt Ignoranz: Diese Aufforderung ist aktueller denn je. Die Polizeidirektion Tauberbischofsheim will gemeinsam mit Verkehrsbetrieben und dem Landratsamt die Zivilcourage stärken. Sie appelliert mit großen Transparenten auf 2 Bussen an die Bevölkerung, als Zeugen und Helfer aktiv zu werden, wenn Menschen in Gefahr sind und Opfer von Straftaten werden. Die in der VGMT tätigen Busunternehmen SWEG und Pflüger stellten hierfür die Werbefläche zur Verfügung. Die Beklebung wurde durch die Fa. Berberich aus Külsheim-Uissigheim durchgeführt.
In den vergangenen Monaten wurden mutige Menschen, die dem Opfer einer Straftat helfen wollten, selbst Opfer von Gewalt. Haben diese Vorfälle zugenommen oder werden sie nur verstärkt wahrgenommen? Wie wirken sich solche Fälle künftig auf die Bereitschaft der Menschen aus, Anderen im Notfall zu helfen? Wie können mutige, couragierte Menschen Opfern helfen, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen?
Fragen wie diese werden nach den jüngsten Vorfällen in öffentlichen Verkehrsmitteln insbesondere auch in Zusammenhang mit der Sicherheit im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) diskutiert. Mit jedem gewalttätigen Vorfall in Straßenbahnen und Bussen, über den die Medien berichten, sinkt das subjektive Sicherheitsgefühl der Bürger. Orte, an denen sich die Bürger nicht sicher fühlen, werden zu Angsträumen und gemieden. Das wiederum setzt die soziale Kontrolle herab und begünstigt kriminelles Verhalten. Dieser möglichen Entwicklung will man entgegenwirken. Dem Beispiel der Stadt Stuttgart folgend, wo seit über zwei Jahren ein Stadtbahnzug der SSB mit der Aktion-tu-was! beklebt ist, werben jetzt auch zwei Busse im Main-Tauber-Kreis für mehr Zivilcourage.
Die 6 praktischen Regeln für mehr Sicherheit im Alltag lauten diesbezüglich:
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Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen
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Ich fordere andere aktiv und direkt zur Mithilfe auf
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Ich beobachte genau und präge mir Täter-Merkmale ein
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Ich organisiere Hilfe unter Notruf 110
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Ich kümmere mich um Opfer
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Ich stelle mich als Zeuge zur Verfügung
Beide Busse mit den Präventionstipps der Aktion Tu Was!- einer Initiative für mehr Zivilcourage des Programms Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes (ProPK) - wurden am 03.04.2010 in Tauberbischofsheim der Öffentlichkeit vorgestellt. Weiterhin unterstützen die Fecht-Olympiasiegerinnen Anja Fichtel und Zita Funkenhauser die Aktion. Beide Sportlerinnen haben sich bereit erklärt, während der Aktion Flyer an interessierte Bürgerinnen und Bürger zu verteilen.
Info-Flyer sind beim Landratsamt Main-Tauber, der Verkehrsgesellschaft Main-Tauber in Wertheim und Lauda sowie den Polizeidienststellen im Main Tauber Kreis erhältlich.
Weitere Informationen und Ziele der Aktion sind auch im Internet unter www.aktion-tu-was.de verfügbar.